Streumittel & Umwelt

Streusplitt entsorgen nach dem Winter: Wer fegt, wohin damit?

Streusplitt entsorgen Sie in kleinen Mengen über die Restmülltonne, größere Mengen über einen Recyclinghof oder einen Entsorgungsbetrieb – niemals über Gully oder Rinnstein. Wer fegen muss, hängt in Berlin davon ab, wer die Fläche reinigt: auf Privatflächen der Eigentümer, auf Gehwegen je nach Straßeneinstufung die BSR oder der Anlieger.

Illustration: Kleine Kehrmaschine nimmt Streusplitt vom Gehweg einer Berliner Altbaustraße auf
Nach der letzten Frostperiode wird der Splitt aufgenommen, bevor Regen ihn in Rinnsteine und Straßenabläufe spült.
Das Wichtigste in Kürze
  • Zuständig ist, wer die Fläche reinigt: auf Privatflächen der Eigentümer, auf Gehwegen BSR oder Anlieger je nach Straßeneinstufung.
  • Splitt nicht in Gully oder Rinnstein kehren – er verstopft die Straßenabläufe.
  • Bis etwa 10 Liter in die Restmülltonne, größere Mengen zum Recyclinghof oder Entsorger.
  • Hauptwege früh, Randbereiche nach der letzten Kälteperiode kehren.
  • Sauberer Splitt lässt sich sieben, trocknen und im nächsten Winter wiederverwenden.

Wer in Berlin für das Wegfegen zuständig ist

Das Streuen auf Gehwegen ist in Berlin Sache der Anlieger. Für das Aufnehmen nach dem Winter kommt es dagegen auf die reguläre Reinigungszuständigkeit an: Wie ein Fachbetrieb das im Alltag umsetzt, zeigt die Startseite zum Winterservice in Berlin.

  • Private Flächen wie Hof, Zufahrt, Stellplätze und Hauszugang: Hier ist der Eigentümer verantwortlich. Er kann die Aufgabe per Mietvertrag, Hausordnung oder Dienstleistungsvertrag weitergeben, bleibt aber für die Kontrolle zuständig.
  • Öffentliche Gehwege: Ob die BSR den Gehweg im Rahmen der Straßenreinigung säubert oder der Anlieger selbst, ergibt sich aus der Einstufung der Straße im Straßenreinigungsverzeichnis. In Straßen der Kategorie C liegt die Reinigung beim Anlieger – Einzelheiten erklärt der Beitrag Straßenkategorie C in Berlin.

In schneereichen Wintern kann die Beseitigung des Splitts durch die BSR mehrere Wochen dauern; teils werden Anlieger dann um Mithilfe gebeten, etwa zusammengekehrte Haufen am Gehwegrand liegen zu lassen. Ob und wie das in einem Jahr gehandhabt wird, entnehmen Sie den aktuellen Mitteilungen der BSR. Verlassen Sie sich nicht darauf, sondern klären Sie für jede Fläche vor der Saison, wer im Frühjahr kehrt. Wie die ganzjährige Reinigungspflicht in Berlin aufgebaut ist, zeigt unsere Seite zur Gehwegreinigung.

Die Zuständigkeit kann je nach Straße, Vertrag und Hausordnung unterschiedlich geregelt sein; in Zweifelsfällen lohnt ein Blick ins Straßenreinigungsverzeichnis oder eine Nachfrage beim Bezirksamt.

Der richtige Zeitpunkt: nicht zu früh, nicht zu spät

Berliner Winter enden selten auf einen Schlag. Nach einer milden Woche im Februar kann im März noch einmal Reifglätte auftreten. Wer allen Splitt sofort beseitigt, muss beim nächsten Frost neu streuen und kauft Material doppelt. Bleibt der Splitt dagegen zu lange liegen, wird er selbst zum Risiko:

  • Auf glatten Platten wirkt loser Splitt wie ein Kugellager – Fußgänger rutschen weg.
  • Radfahrer stürzen in Kurven und an Einfahrten über Rollsplitt.
  • Mit dem Frühjahrsregen wird das Material in Rinnen und Abläufe gespült.
  • Unter Schuhsohlen zerkratzt Splitt Eingangsbereiche und Treppenhäuser.

Bewährt hat sich ein zweistufiges Vorgehen: Sobald die Frostnächte seltener werden, kehren Sie Hauptwege, Eingänge und Einfahrten frei. Nach der letzten Kälteperiode, meist im Laufe des März, folgen Randbereiche und Fugen. Welche Gefahren die Tauphase sonst noch mit sich bringt, beschreibt der Beitrag Tauwetter: Gefahren nach dem Schnee.

Trocken kehrt sich leichter

Nasser Splitt klebt an Schmutz und Laub und lässt sich kaum sieben. Warten Sie, wenn möglich, zwei bis drei trockene Tage ab – Arbeit und Gewicht verringern sich spürbar.

Schritt für Schritt vom Gehweg in den Eimer

  1. Fläche ansehen: Liegt der Splitt nur auf Wegen oder auch in Beeten, Baumscheiben und Rinnen? Danach richten sich Werkzeug und Reihenfolge.
  2. Grob vorkehren: Mit einem harten Straßenbesen aus Kunststoff oder Piassava von den Rändern zur Wegmitte arbeiten, nicht Richtung Fahrbahn.
  3. Fugen schonen: Bei Pflaster mit Splittfuge nicht quer über die Fugen schrubben, sonst kehren Sie das Fugenmaterial gleich mit aus. Lieber längs der Fugen und mit weniger Druck kehren.
  4. Haufen bilden: Kleine Haufen in kurzen Abständen sind leichter aufzunehmen als ein großer Berg. Halten Sie Abstand zu Rinnstein und Ablauf.
  5. Störstoffe trennen: Zigarettenreste, Laub, Glas und Hundekot vorab heraussammeln, wenn Sie den Splitt weiterverwenden wollen.
  6. Aufnehmen und abfüllen: Mit Schaufel und Kehrblech in Eimer oder robuste Säcke füllen. Rechnen Sie mit rund 1,4 bis 1,5 kg Gewicht je Liter trockenem Splitt – ein 10-Liter-Eimer wiegt also schon etwa 15 kg.
  7. Nachkontrolle: Rinnen, Hofabläufe und Kellerschächte prüfen. Was dort schon gelandet ist, mit der Hand oder einer kleinen Schaufel herausholen.

Werkzeug, das die Arbeit erleichtert

  • Straßenbesen mit harten, kurzen Borsten für Pflaster, ein weicherer Besen für glatte Platten
  • Breite Kehrschaufel mit Gummilippe, die auch feines Material vollständig aufnimmt
  • Stabile Mörtel- oder Baueimer statt dünner Müllsäcke, die unter der Last reißen
  • Handschuhe und bei trockenem Wetter eine einfache Staubmaske, denn der Feinanteil staubt beim Kehren stark
  • Sackkarre oder Schubkarre, sobald mehr als zwei Eimer zusammenkommen

Für größere Höfe und Parkflächen ist Handarbeit mühsam. Eine Kehrsaugmaschine nimmt Splitt samt Feinanteil auf, ohne Staubwolken aufzuwirbeln – auf langen Gehwegen und Parkplätzen der wirtschaftlichere Weg.

Illustration: Gesiebter, trockener Splitt wird in einer Wohnanlage zurück in die Streugutkiste gefüllt
Sauberer Splitt vom eigenen Hof lässt sich gesiebt und getrocknet im nächsten Winter erneut verwenden.

Gully, Rinnstein, Beet: Wo Splitt nicht hingehört

Der bequemste Weg ist leider der schädlichste: Splitt einfach in den Rinnstein oder den Straßenablauf zu fegen. Die BSR bittet ausdrücklich darum, das zu unterlassen.

Nicht in Gully und Straßenkante
  • Splitt setzt sich in den Sinkkästen der Straßenabläufe ab und verstopft sie.
  • Bei Starkregen läuft das Wasser dann nicht mehr ab – Pfützen, überflutete Kreuzungen und vollgelaufene Keller sind die Folge.
  • Das Reinigen verstopfter Abläufe ist aufwendig; wer sie absichtlich zusetzt, muss je nach Fall mit Kosten oder einem Verfahren rechnen.

Auch andere naheliegende Ablageorte sind keine gute Idee:

  • Baumscheiben und Grünstreifen: Splitt von Gehwegen nahe der Fahrbahn enthält Reifenabrieb, Ölspuren und oft Salzreste aus dem Fahrbahnwinterdienst. Das belastet den Boden um Straßenbäume, der ohnehin unter Verdichtung leidet.
  • Biotonne: Mineralisches Material stört die Kompostierung und gehört nicht hinein.
  • Öffentliche Papierkörbe: Sie sind nicht für Kehricht gedacht und reißen unter dem Gewicht.
  • Nachbargrundstück oder Fahrbahn: Das Problem verlagert sich nur und kann Ärger oder Haftungsfragen auslösen.

Entsorgungswege nach Menge

Welcher Weg passt, hängt vor allem von der Menge ab. Die Bedingungen der BSR können sich ändern; prüfen Sie vor der Anlieferung die aktuellen Hinweise.

MengeWegWas Sie beachten sollten
bis etwa 10 LiterRestmülltonne, in einer Tüte verpacktDie Tonne muss für die Müllwerker noch beweglich bleiben – nicht mehrere Eimer auf einmal einfüllen.
bis etwa 30 LiterRecyclinghof der BSROb Kleinmengen kostenfrei angenommen werden, steht in den aktuellen Hinweisen der BSR.
größere Mengen aus PrivathaushaltenRecyclinghof nach Gebührenordnung oder Big Bag über einen EntsorgerVorher klären, ob Kehricht als mineralischer Abfall angenommen wird.
Gewerbe, Wohnanlagen, Parkplätzequalifizierter Entsorgungsfachbetrieb oder WinterdienstleisterAbholung und Entsorgung vertraglich regeln, Nachweise aufbewahren.
sauberer, trockener SplittLagerung und WiederverwendungNur sortenreines Material ohne Störstoffe aufheben.

Rechenbeispiel: Wie viel kommt zusammen?

Angenommen, vor einem Mehrfamilienhaus liegen 20 Meter Gehweg in 1,5 Metern Räumbreite, also 30 m². Bleiben über die Saison insgesamt rund 1 kg Splitt je Quadratmeter liegen, sind das etwa 30 kg oder gut 20 Liter – zu viel für eine einzelne Restmülltüte, aber gut zu bewältigen mit einem Recyclinghof-Besuch oder verteilt über zwei Abfuhrtermine. Welche Menge pro Einsatz wirklich auf der Fläche landet – und später wieder entsorgt werden muss –, lesen Sie im Beitrag zur richtigen Streumittelmenge pro m².

Wiederverwenden: Wann sich das Aufheben lohnt

Splitt aus Hartgestein nutzt sich kaum ab und kann mehrere Winter im Einsatz bleiben. Ob sich das Aufbereiten lohnt, entscheidet die Herkunft des Materials:

  • Geeignet: Splitt von Hof, Hauszugang und Gartenwegen, der weitgehend frei von Laub und Müll ist.
  • Bedingt geeignet: Material von Gehwegen in ruhigen Wohnstraßen – gründlich sieben.
  • Nicht geeignet: Kehricht von stark befahrenen Straßenrändern, aus Parkplatzbereichen mit Ölflecken oder mit Hundekot und Glasscherben.

So bereiten Sie verwertbaren Splitt auf:

  1. Mit einem groben Sieb (etwa 8 bis 10 mm Maschenweite) Laub, Kippen und Steine entfernen.
  2. Mit einem feinen Sieb (etwa 1 bis 2 mm) Staub und Sand abtrennen – feines Material haftet schlecht und verklumpt.
  3. Auf einer Plane mehrere Tage trocknen lassen, dabei gelegentlich wenden.
  4. Erst vollständig trocken einlagern, sonst friert das Material im nächsten Winter zu einem Block zusammen.

Wie Streugutkisten bemessen und aufgestellt werden, damit das Material bis zur nächsten Saison griffbereit bleibt, lesen Sie im Beitrag Streugut richtig lagern. Ob sich für die nächste Saison ein anderes Material empfiehlt, zeigt der Vergleich Splitt, Sand oder Granulat – dort geht es auch darum, welches Streumittel weniger Kehraufwand verursacht. Wer in dieser Gegend ein Objekt hat, findet mehr unter Winterdienst Staaken.

Mehrfamilienhaus, WEG und Gewerbe: Kehren organisieren

In Mehrparteienhäusern scheitert die Frühjahrsreinigung selten am Wissen, sondern an der Zuständigkeit. Typische Lücken:

  • Der Räumplan der Hausordnung endet mit dem letzten Schneetag – das Kehren danach ist nirgends erwähnt.
  • Der Winterdienstvertrag deckt Räumen und Streuen ab, nicht aber das Aufnehmen des Materials.
  • Bei Eckgrundstücken ist unklar, wer die Seitenstraße übernimmt.

Halten Sie deshalb nachvollziehbar schriftlich fest, wer im Frühjahr kehrt, bis wann das geschieht und wie entsorgt wird. Bei gewerblichen Flächen gehört außerdem dazu, wer Rinnen und Hofabläufe kontrolliert. Wer die Aufgabe abgeben möchte, kann die Splittbeseitigung nach dem Winter durch die geschulten Einsatzkräfte von RAT übernehmen lassen – inklusive Aufnahme und Entsorgung des Materials.

Häufige Fragen

Muss ich der BSR melden, dass ich Splitt zusammengekehrt habe?

Das hängt davon ab, wie die BSR die Splittaufnahme im jeweiligen Frühjahr organisiert. Ob zusammengekehrte Haufen am Gehwegrand mitgenommen werden und ob eine Meldung nötig ist, entnehmen Sie den aktuellen Mitteilungen der BSR.

Darf Streusplitt in die Biotonne?

Nein. Splitt ist mineralisch und stört die Kompostierung. Kleine Mengen gehören in einer Tüte in die Restmülltonne, größere auf den Recyclinghof.

Kann ich alten Splitt im Garten verwenden?

Sauberer Splitt von eigenen Wegen eignet sich als Unterbau für Wege oder als Drainageschicht. In Gemüsebeete sollte Kehricht von der Straße wegen Reifenabrieb und möglicher Salzreste nicht gelangen.

Wer haftet, wenn jemand auf liegengebliebenem Splitt stürzt?

Grundsätzlich derjenige, der für die Reinigung der Fläche verantwortlich ist. Rollsplitt auf glatten Platten kann eine Gefahrenquelle sein, die beseitigt werden muss; im Einzelfall entscheiden die Umstände, daher sollten Sie sich bei einem Unfall rechtlich beraten lassen.

Redaktion RAT

Unsere Ratgeber entstehen aus der Praxis des Berliner Winterdienstes: Was sich auf Gehwegen, Höfen, Parkplätzen und Zufahrten bewährt, schreiben wir verständlich auf. Rechtliche Hinweise geben den Stand Oktober 2026 wieder und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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