- Gebrochener Splitt 2/5 mm bietet auf Eis die beste Haftung und ist wiederverwendbar.
- Sand ist günstig, verweht aber leicht und verursacht viel Staub und Kehraufwand.
- Granulat eignet sich besonders für Treppen, Rampen und empfindliche Beläge.
- Runder Kies und feuchter Bausand sind als Streumittel ungeeignet.
- Vor dem Streuen räumen – sonst sinkt jedes Mittel ein.
Abstumpfen statt Tauen: Was alle drei gemeinsam haben
Splitt, Sand und Granulat sind abstumpfende Streumittel. Sie schmelzen kein Eis, sondern legen eine raue Schicht aus Körnern auf die glatte Fläche, an der Schuhsohlen und Reifen Halt finden. Deshalb sind sie auf Berliner Gehwegen erlaubt, während Streusalz dort grundsätzlich verboten ist – Details und die Ausnahmeregel von 2026 erklärt der Ratgeber Ist Streusalz in Berlin verboten? Wie wir solche Fälle für Eigentümer und Betriebe organisieren, beschreibt unser Winterdienst Berlin.
Wie gut ein abstumpfendes Mittel wirkt, hängt von drei Eigenschaften ab:
- Kornform: Gebrochene, kantige Körner verkrallen sich im Eis. Runde Körner rollen weg und wirken wie Kugellager.
- Korngröße: Zu fein sinkt in Nassschnee ein oder verweht, zu grob rollt unter dem Schuh.
- Gewicht: Schwere Körner bleiben liegen, leichte werden von Wind und Verkehr schneller verteilt.
Die drei Streumittel im Porträt
Splitt
Splitt ist gebrochenes Natursteinmaterial, meist Basalt, Granit oder Diabas. Für den Winterdienst bewährt hat sich Edelsplitt der Körnung 2/5 mm. Er ist kantig, schwer und bleibt auch auf leicht geneigten Flächen liegen. Nicht verwechseln sollten Sie ihn mit Rundkies aus dem Gartenbedarf: Der sieht ähnlich aus, rollt aber weg und bringt auf Eis kaum Halt.
Sand
Streusand hat eine Körnung bis etwa 2 mm. Gut geeignet ist gebrochener, trockener Sand. Feuchter Sand aus dem Gartenhandel verklumpt im Eimer und friert in der Streugutkiste zu einem Block. Sand verteilt sich gleichmäßig, wird aber in Nassschnee schnell eingedrückt und weht bei trockenem Frost von glatten Flächen.
Granulat
Unter „Granulat“ werden verschiedene Materialien angeboten. Verbreitet sind Lavagranulat (porös, scharfkantig, relativ schwer), Blähton (sehr leicht, rund bis kantig gebrochen) und Glasgranulat aus Recyclingglas. Gemeinsam ist ihnen eine gleichmäßige Körnung um 1–4 mm, die auch auf Stufen und Rampen gut haftet. Achten Sie darauf, dass das Produkt rein abstumpfend ist und keine Taumittel enthält.
Auch Splitt staubt – nicht beim Streuen, sondern später. Fußgänger, Reifen und Räumgeräte zermahlen die Körner, und bei trockenem Tauwetter wird der feine Abrieb aufgewirbelt. Je länger Streugut nach dem letzten Frost liegen bleibt, desto mehr Staub entsteht. Zügiges Kehren nach der Glätteperiode ist deshalb nicht nur eine Frage der Optik.
Vergleichstabelle: Korngröße, Haftung, Staub, Kehraufwand
Die Bewertungen sind Erfahrungswerte für typische Produkte. Einzelne Fabrikate können abweichen – ein Blick auf Körnung und Zusammensetzung im Datenblatt lohnt sich.
| Kriterium | Splitt 2/5 | Sand 0/2 | Lavagranulat | Blähton |
|---|---|---|---|---|
| Korngröße | 2–5 mm | bis 2 mm | ca. 1–4 mm | ca. 1–4 mm |
| Haftung auf Glatteis | sehr gut | mittel | gut bis sehr gut | mittel |
| Verhalten bei Wind | bleibt liegen | verweht auf trockenem Eis | bleibt meist liegen | verweht leicht |
| Staub nach dem Winter | gering, steigt durch Abrieb | hoch | gering | mittel (Körner zerbrechen) |
| Wiederverwendbar | ja, nach Sieben | kaum | ja, eingeschränkt | kaum |
| Kehraufwand im Frühjahr | mittel | hoch (fein, klebt) | mittel | gering bis mittel |
| Wirkung auf Belag und Böden innen | kratzt Naturstein, Parkett, Fliesen | schmirgelt fein | kratzt weniger als Splitt | schonend |
| Preisniveau Sackware | günstig | sehr günstig | mittel bis hoch | mittel bis hoch |
Ein Punkt fällt oft unter den Tisch: das Gewicht. Ein Sack Blähton ist bei gleichem Volumen deutlich leichter als Splitt. Das erleichtert das Tragen, bedeutet aber auch, dass Sie mit einem Sack eine andere Fläche abdecken. Wie viel Gramm pro Quadratmeter Sie je Mittel und Glätteart einplanen sollten, rechnet der Ratgeber Wie viel Streumittel pro m²? durch.
Welches Mittel für welche Fläche?
Statt einem „besten“ Streumittel gibt es das passende für die jeweilige Situation. Diese Entscheidungshilfe deckt die häufigsten Berliner Flächen ab:
| Fläche | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Gehweg vor dem Mietshaus | Splitt 2/5 | griffig, robust gegen Fußverkehr, im Frühjahr siebbar |
| Hauseingang mit Steinstufen | Lavagranulat | haftet an Kanten, schont den Belag mehr als Splitt |
| Rollstuhlrampe, barrierefreier Zugang | feines Granulat | läuft nicht wie Murmeln unter Rädern, wird weniger in Räume getragen |
| Holzterrasse, Steg, Holztreppe | Blähton oder feiner Sand | kratzt weniger, lässt sich leicht abkehren |
| Hofeinfahrt und Stellplatz | Splitt 2/5 | bleibt unter Reifen liegen und verteilt sich nicht so schnell |
| Eingangsbereich von Praxis, Laden, Büro | Granulat plus Sauberlaufzone | weniger Kratzer und Schmutz im Innenraum |
Eine Berliner Besonderheit ist der klassische Gehwegaufbau mit großen Granitplatten in der Mitte und Mosaik- oder Kleinsteinpflaster an den Rändern. Auf den glatten Platten entsteht Glätte zuerst, dort muss das Streugut liegen bleiben – kantiger Splitt erfüllt das besser als Sand. Auf dem Mosaikpflaster rieselt feiner Sand dagegen in die Fugen und ist für die Griffigkeit verloren. Wer beide Beläge vor dem Haus hat, streut die Plattenbahn konsequent mit Splitt und spart sich den Sand ganz.
Wenn Ihnen beim Kauf Begriffe wie „öko“ oder „naturrein“ begegnen: Sie sagen wenig über die Umweltwirkung aus. Welche Kriterien ein unabhängiges Siegel tatsächlich prüft, erklärt der Beitrag Umweltfreundliche Streumittel und der Blaue Engel.
Splitt oder Sand streuen bei Eisregen und Nassschnee?
Bei Eisregen bildet sich eine geschlossene, spiegelglatte Schicht. Hier zeigt Splitt seine Stärke: Die kantigen Körner frieren an und bilden eine raue Oberfläche. Sand wird von nachfolgendem Regen überspült und eingeschlossen, dann ist die Fläche wieder glatt. Bei anhaltendem Eisregen müssen Sie mit jedem Mittel mehrfach nachstreuen.
Bei Nassschnee und Matsch sinken alle Körner ein. Wichtiger als die Wahl des Mittels ist hier das gründliche Räumen vor dem Streuen. Erst wenn die Schneeschicht entfernt ist, kann das Streugut auf dem verbleibenden Eis wirken.
Bei trockenem, starkem Frost mit Reifglätte dagegen reicht eine feinere, sparsamere Gabe. Hier haben Sand und feines Granulat den Vorteil, sich gleichmäßig zu verteilen. Achten Sie aber auf Wind: Auf freien Flächen und Brücken ist Sand schnell weggeweht.
Mischungen aus Splitt und Sand vereinen Haftung und Verteilung, sind im Frühjahr aber schwer zu trennen und kaum wiederverwendbar. Wer Material wiederverwenden will, bleibt besser bei einem einheitlichen Splitt.
Bezug, Vorrat und Kosten
Im Handel gibt es alle drei Mittel als Sackware, typischerweise in Gebinden zwischen 10 und 25 kg. Für größere Flächen bieten Baustoffhändler Splitt auch lose oder im Big Bag an, was pro Kilogramm meist deutlich günstiger ist. Sand ist das billigste Mittel, Lava- und Glasgranulat liegen preislich am oberen Ende.
Beim Preisvergleich sollten Sie nicht nur auf den Sackpreis schauen, sondern auf die Kosten pro gestreutem Quadratmeter über mehrere Winter. Ein teurer Splitt, der sorgfältig gesiebt und erneut verwendet wird, kann am Ende günstiger sein als Sand, der jedes Jahr komplett entsorgt werden muss. Leichte Granulate wiederum decken pro Kilogramm mehr Fläche ab als schwere Mineralkörnungen.
- Vorrat vor dem ersten Frost anlegen – bei angekündigtem Glatteis sind Regale oft leer.
- Säcke trocken und frostsicher lagern, damit Sand und Feinanteile nicht verklumpen.
- Für Treppen einen kleineren Eimer feines Granulat separat bereithalten.
Nachsorge: Kehren, Sieben, Wiederverwenden
Abstumpfende Mittel bleiben liegen, bis jemand sie entfernt. Hier unterscheiden sich die Mittel deutlich im Aufwand:
- Splitt lässt sich zusammenkehren, sieben und im nächsten Winter wieder einsetzen. Mit jedem Einsatz werden die Kanten jedoch runder und es entsteht Feinanteil – nach ein bis zwei Wiederverwendungen sollte frisches Material beigemischt werden.
- Sand vermischt sich mit Schmutz und Laubresten, klebt bei Nässe an Belägen und ist praktisch nicht wiederzuverwenden. Trocken wirbelt er als Staub auf.
- Granulat ist leicht zu kehren. Blähton zerbricht unter Last, Lava hält länger.
Streugut gehört nicht in Gullys und Regenabläufe, weil es Leitungen und Sandfänge zusetzt. Wer für den öffentlichen Gehweg nach dem Winter zuständig ist und wohin das Material darf, beschreibt der Ratgeber zum Thema Streusplitt nach dem Winter. Wie wir das in einem Berliner Ortsteil organisieren, zeigt Winterdienst Tempelhof-Schöneberg.
Typische Fehler bei der Wahl des Streumittels
- Rundkies statt Splitt: Billiger, aber auf Eis fast wirkungslos.
- Feuchter Bausand: Gefriert im Behälter und lässt sich bei Glätte nicht verteilen.
- Splitt auf empfindlichen Belägen: Polierter Naturstein, Holz und Beschichtungen bekommen Kratzer, die sich nicht mehr entfernen lassen.
- Granulat mit Taumittelanteil auf dem Gehweg: Manche Produkte mischen abstumpfende Körner mit Salz – auf öffentlichen Gehwegen in Berlin unzulässig.
- Zu wenig Vorrat: Gerade bei Eisregen ist der Baumarkt leergekauft, wenn man ihn braucht.
- Kein Schmutzfang am Eingang: Ohne Gitterrost oder Sauberlaufmatte wandert ein Teil des Streuguts ins Treppenhaus.
Wer Material und Lagerung nicht selbst organisieren will, kann beides abgeben: Über den Streugutservice von RAT lassen sich passende Streumittel für Ihre Flächen bedarfsgerecht bereitstellen und nachfüllen.
Häufige Fragen
Ist Splitt oder Sand besser zum Streuen?
Auf Glatteis und festgetretenem Schnee ist gebrochener Splitt 2/5 mm griffiger und bleibt besser liegen. Sand verteilt sich feiner, verweht aber leicht und ist kaum wiederverwendbar. Für Gehwege ist Splitt daher meist die bessere Wahl.
Kann ich Kies statt Splitt streuen?
Davon ist abzuraten. Kies hat runde Körner, die unter dem Schuh wegrollen. Splitt ist gebrochen und kantig und verkrallt sich dadurch im Eis.
Welches Streumittel ist für Treppen am besten?
Feines, kantiges Granulat wie Lavagranulat haftet an Stufenkanten besonders gut und zerkratzt Beläge weniger als Splitt. Zusätzlich helfen Matten oder Kantenprofile.
Ist Granulat umweltfreundlicher als Splitt?
Nicht automatisch. Entscheidend sind Herkunft, Zusammensetzung und Wiederverwendbarkeit. Ein unabhängiges Umweltzeichen wie der Blaue Engel ist ein besserer Anhaltspunkt als Werbebegriffe.