- Splitt: 100–150 g/m² bei Schneeglätte, bis 250 g/m² bei Glatteis.
- Ein 500-ml-Becher Splitt wiegt rund 700 g und reicht für 5–7 m².
- Saisonbedarf = Fläche × Menge × Streugänge × 1,2.
- Gleichmäßig verteilen spart Material – Handstreuer schlägt Eimerwurf.
- Erst räumen, dann streuen; bei Tauwetter abends nachkontrollieren.
Richtwerte: Gramm pro Quadratmeter nach Glätteart
Die nötige Menge hängt vor allem davon ab, welche Art von Glätte Sie bekämpfen. Reifglätte auf trockenem Pflaster braucht nur eine leichte Gabe, eine geschlossene Eisschicht nach Eisregen deutlich mehr. Die folgenden Werte sind Richtwerte pro Streugang für abstumpfende Mittel; Herstellerangaben auf dem Sack haben Vorrang.
| Glätteart | Splitt 2/5 | Sand | Lavagranulat | Blähton |
|---|---|---|---|---|
| Reifglätte, leichter Frost auf trockener Fläche | 80–100 g/m² | 80–100 g/m² | 60–80 g/m² | 30–50 g/m² |
| Schneeglätte, festgetretener Restschnee | 100–150 g/m² | 100–150 g/m² | 80–120 g/m² | 40–60 g/m² |
| Glatteis, Eisregen, überfrierende Nässe | 150–250 g/m² | 150–200 g/m², öfter nachstreuen | 120–200 g/m² | 60–100 g/m² |
| Rampen, Stufen, Gefälle | obere Spanne | wenig geeignet | obere Spanne | obere Spanne |
Warum die Unterschiede? Entscheidend ist nicht das Gewicht, sondern wie viele Körner auf der Fläche liegen. Blähton ist so leicht, dass schon 40 g eine ähnliche Kornzahl ergeben wie 120 g Splitt. Wie sich die Mittel in Haftung, Staub und Kehraufwand unterscheiden, lesen Sie im Vergleich Splitt, Sand oder Granulat. Wie Sie die einzelnen Glättearten erkennen, erklärt der Beitrag zu Glatteis, Blitzeis und Reifglätte.
Richtig dosieren ohne Waage
Niemand wiegt morgens um sechs Splitt ab. Trotzdem gelingt die richtige Streumenge mit zwei einfachen Hilfsmitteln:
Der Becher-Trick
Ein Liter Splitt bringt rund 1,4 bis 1,5 kg auf die Waage. Ein 500-ml-Joghurtbecher fasst also etwa 700 g – genug für 5 bis 7 m² bei normaler Schneeglätte oder rund 3 m² bei Glatteis. Sand liegt im Gewicht ähnlich, Lavagranulat bei etwa 0,8 bis 1 kg pro Liter, Blähton nur bei 0,3 bis 0,5 kg pro Liter. Für die meisten Mittel gilt deshalb: Ein Becher reicht ungefähr für die gleiche Fläche, weil die Kornzahl pro Volumen ähnlich ist.
Der Kornzähl-Test
Bei Splitt 2/5 entsprechen 100 bis 200 g/m² grob 15 bis 30 Körnern auf einer Fläche von 10 × 10 cm. Liegen deutlich weniger Körner, ist zu dünn gestreut; bilden sie Häufchen oder eine geschlossene Schicht, ist es zu viel. Machen Sie den Test einmal bewusst, dann haben Sie das Bild für den Rest des Winters im Kopf.
Breitwürfig aus dem Eimer geworfen landet Streugut in Streifen und Haufen. Ein Handstreuer oder Streuwagen verteilt gleichmäßiger und spart so oft ein Viertel Material. Welches Gerät zu welcher Fläche passt, zeigt der Ratgeber Streuwagen, Handstreuer oder Anbaustreuer.
Saisonbedarf berechnen: die Formel
Für den Vorrat brauchen Sie vier Zahlen:
- Streufläche in m²: Gehweglänge × Räumbreite plus Zuwege, Eingänge und Zufahrt auf dem Grundstück.
- Menge pro Streugang: Als Mittelwert für Splitt eignen sich 150 g/m².
- Zahl der Streugänge: Glättetage mal Wiederholungen. Bei Eisregen oder anhaltendem Schneefall wird an einem Tag oft zwei- oder dreimal gestreut.
- Reserve: 20 % für Wind, Nachstreuen an Gefahrenstellen und Verluste.
Saisonbedarf = Fläche × Menge × Streugänge × 1,2
Bei der Gehwegfläche zählt nicht die gesamte Gehwegbreite, sondern die Breite, die Sie freihalten müssen. Nach aktuellem Stand verlangt Berlin dafür wenigstens 1 m; bei Hauptverkehrs- und vielen Geschäftsstraßen kommen Sie auf 1,5 m, in Sonderfällen auch auf mehr. Was für Ihre Streufläche maßgeblich ist, erläutert unser Beitrag über die Breite der Räumspur am Gehweg. Messen Sie die Länge entlang der Grundstücksgrenze; bei Eckgrundstücken kommen beide Seiten hinzu.
Die Zahl der Streugänge schwankt in Berlin von Winter zu Winter stark. Für die Planung arbeiten Sie am besten mit drei Szenarien. Die folgenden Annahmen sind keine Wetterstatistik, sondern Planungsgrößen: mild mit 8 Streugängen, normal mit 15, hart mit 30.
Rechenbeispiele für typische Grundstücke
Alle Beispiele rechnen mit Splitt und 150 g/m² pro Streugang, inklusive 20 % Reserve, gerundet auf 25-kg-Säcke.
| Grundstück | Streufläche | pro Streugang | mild (8) | normal (15) | hart (30) |
|---|---|---|---|---|---|
| Reihenhaus: 8 m Gehweg à 1 m + 6 m² Zuweg | 14 m² | 2,1 kg | ca. 20 kg (1 Sack) | ca. 38 kg (2 Säcke) | ca. 76 kg (4 Säcke) |
| Einfamilienhaus, Eckgrundstück: 35 m Gehweg à 1 m + 30 m² Einfahrt | 65 m² | 9,75 kg | ca. 94 kg (4 Säcke) | ca. 176 kg (8 Säcke) | ca. 351 kg (15 Säcke) |
| Mehrfamilienhaus: 25 m Gehweg à 1,5 m + 80 m² Hof und Wege | 117,5 m² | 17,6 kg | ca. 169 kg (7 Säcke) | ca. 317 kg (13 Säcke) | ca. 635 kg (26 Säcke) |
Rechenweg für das Eckgrundstück im Normalwinter: 65 m² × 0,15 kg = 9,75 kg pro Streugang. 9,75 kg × 15 = 146 kg. Mit 20 % Reserve: 146 kg × 1,2 = rund 176 kg, also sieben volle Säcke plus Anbruch – kaufen Sie acht.
Ab etwa 300 kg Saisonbedarf lohnt sich der Blick auf lose Ware oder Big Bags beim Baustoffhandel. Dann stellt sich allerdings die Platzfrage: 25 kg Splitt entsprechen ungefähr 17 Litern. Wie groß die Streugutkiste sein muss und wo sie stehen sollte, erklärt der Beitrag Streugut richtig lagern.
Sonderflächen: Treppen, Rampen und große Parkplätze
Treppen
Stufen rechnen Sie am einfachsten einzeln. Eine Außenstufe mit 1,20 m Breite und 30 cm Auftritt hat 0,36 m². Bei 200 g/m² sind das gut 70 g pro Stufe. Eine zehnstufige Eingangstreppe braucht damit pro Streugang etwa 0,7 kg – ungefähr einen Joghurtbecher. Streuen Sie vor allem die Vorderkanten, dort rutscht man ab.
Rampen und Zufahrten mit Gefälle
Auf geneigten Flächen rollt ein Teil der Körner nach unten. Planen Sie die obere Spanne der Tabelle ein und kontrollieren Sie die obere Hälfte der Rampe häufiger, weil sie zuerst wieder blank liegt.
Große Gewerbeflächen
Ein Kundenparkplatz mit 1.000 m² braucht bei 120 g/m² schon 120 kg pro Streugang. Solche Mengen sind von Hand nicht mehr sinnvoll zu bewältigen; hier kommen Anbaustreuer oder Streufahrzeuge zum Einsatz, die die Menge pro Quadratmeter fest einstellen. Für die Saison bedeutet das schnell mehrere Tonnen Material und einen festen Lagerplatz.
Was den Verbrauch nach oben treibt
Die Tabellenwerte gelten für ebene, normal genutzte Flächen. In diesen Situationen sollten Sie großzügiger planen:
- Wiederholte Wechsel von Tau und Frost: Splitt sinkt im Tauwasser ein und friert unter der neuen Eisschicht fest. Jede Frostnacht erfordert dann eine frische Gabe.
- Starker Fußverkehr: Vor Geschäften, Schulen und an Haltestellen wird Streugut schnell zur Seite getreten. Rechnen Sie dort mit häufigerem Nachstreuen statt mit dickeren Schichten.
- Wind und offene Lagen: Leichte Mittel verwehen auf Brücken, Plätzen und an Hausecken.
- Gefälle: Rampen, Tiefgaragenzufahrten und Treppen brauchen die obere Spanne der Tabelle.
- Fahrzeugverkehr: Auf Zufahrten schieben Reifen Körner aus der Fahrspur. Nachstreuen in den Spuren ist hier sinnvoller als die ganze Fläche erneut zu bedecken.
Umgekehrt senkt Wiederverwendung den Einkauf: Gesiebter Splitt aus dem Vorjahr kann einen Teil des Bedarfs decken, sollte aber mit frischem, kantigem Material gemischt werden.
Zu viel, zu wenig: typische Dosierfehler
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Zu dünn gestreut, um zu sparen | Fläche bleibt glatt, Haftungsrisiko bei Sturz | Kornzähl-Test, lieber zweimal dünn als einmal zu wenig |
| Zu dick gestreut | lose Körner rollen wie Kugeln, mehr Kehraufwand, Schmutz im Haus | Menge an der Glätteart ausrichten |
| Auf Schnee gestreut statt nach dem Räumen | Streugut verschwindet in der Schneedecke | erst räumen, dann streuen |
| Nur am Morgen gestreut | abends neue Glätte durch überfrierende Nässe | bei Tauwetter am Nachmittag kontrollieren |
| Gefahrenstellen wie Flächen behandelt | Stufe oder Rampe bleibt Unfallschwerpunkt | dort gezielt die obere Spanne |
Rechtlich geht es auf dem öffentlichen Gehweg nicht um Gramm, sondern um das Ergebnis: Nach dem Berliner Straßenreinigungsgesetz muss die Glätte unverzüglich und wirksam beseitigt werden, und zwar nach aktuellem Stand ausschließlich mit abstumpfenden Mitteln. Eine bestimmte Menge schreibt das Gesetz nicht vor. Wie streng Gerichte die Wirksamkeit im Einzelfall bewerten, lässt sich nicht pauschal sagen.
Fazit: Planen in Kilogramm, streuen nach Augenmaß
Mit 150 g/m² als Mittelwert für Splitt, drei Winter-Szenarien und 20 % Reserve kommen Sie zu einem belastbaren Vorrat. Im Einsatz zählt dann die gleichmäßige Verteilung: Becher-Trick und Kornzähl-Test sind genauer als jedes Gefühl für „eine Handvoll“.
Wer weder Säcke schleppen noch Mengen kalkulieren will, kann das Material und das Streuen abgeben: Beim Streudienst von RAT Winterdienst sind Streugut und Ausbringung Teil des Auftrags und jeder Einsatz wird digital protokolliert.
Häufige Fragen
Wie viel Splitt braucht man pro m²?
Pro Streugang rund 100 bis 150 g/m² bei Schneeglätte und 150 bis 250 g/m² bei Glatteis oder Eisregen. Bei leichter Reifglätte reichen etwa 80 bis 100 g/m².
Wie viele Säcke Streugut brauche ich für den Winter?
Rechnen Sie Fläche × 0,15 kg × Zahl der Streugänge × 1,2. Ein Einfamilienhaus mit 65 m² Streufläche braucht in einem normalen Winter mit 15 Streugängen rund 176 kg, also etwa acht Säcke à 25 kg.
Kann man zu viel streuen?
Ja. Zu viel loses Streugut rollt unter den Schuhen, wird ins Haus getragen und erhöht den Kehraufwand im Frühjahr. Eine gleichmäßige, angepasste Gabe ist sicherer als eine dicke Schicht.
Braucht man von Granulat weniger als von Splitt?
Vom Gewicht her ja, weil leichte Granulate wie Blähton bei gleicher Kornzahl viel weniger wiegen. Vom Volumen her ist der Bedarf ähnlich.