- Pro räumender Person ein Schieber, dazu ein Reservegerät und mindestens ein Eisstoßer.
- Faustregel Streugut: pro 10 m² Streufläche etwa ein 25-kg-Sack Splitt pro Saison.
- Auf Berliner Gehwegen nur abstumpfendes Streugut verwenden.
- Warnkleidung, Profilschuhe und Schuhkrallen gehören zur Ausrüstung.
- Vertretung und Räumprotokoll vor Saisonbeginn regeln.
So nutzen Sie diese Liste
Die Liste ist nach vier Bereichen gegliedert: Grundausstattung, Streugut, Schutzkleidung und Reserve. Jeder Punkt ist so formuliert, dass Sie ihn im Oktober durchgehen und abhaken können. Mengenangaben beziehen sich auf typische Berliner Objekte – vom Einfamilienhaus mit 15 m Gehwegfront bis zur Wohnanlage mit Hof und Müllplatz.
Bewusst nicht enthalten sind Arbeiten am Gebäude selbst, also Außenwasserhähne, Dachrinnen oder Heizung. Diese Punkte stehen in der Winter-Checkliste für Hausbesitzer. Hier geht es ausschließlich um das, was Sie zum Räumen und Streuen brauchen.
Wer muss die Ausrüstung eigentlich stellen? Räumpflichtig sind in Berlin in der Regel die Eigentümer. Wird der Dienst per Mietvertrag oder Hausordnung auf Mieter übertragen, stellt in der Praxis üblicherweise der Vermieter Geräte und Streugut bereit; was im Einzelfall gilt, ergibt sich aus den jeweiligen Vereinbarungen. Unabhängig davon bleibt der Eigentümer verpflichtet zu kontrollieren, ob der Dienst tatsächlich erledigt wird – und das gelingt nur, wenn die nötige Ausstattung vorhanden ist.
Grundausstattung: Geräte zum Räumen und Streuen
- Schneeschieber: einer pro Person, die räumt, plus ein Reserveschieber
- Schneeschaufel: für Schneewälle, Ecken und das Abtragen von Haufen
- Eisstoßer oder Stoßscharre: mindestens einer, mit Stiel ab etwa 1,40 m
- Harter Straßenbesen: für dünnen Neuschnee und Stufen
- Streugerät: Handstreuer für Treppen, ab etwa 50 m² zusätzlich ein Streuwagen
- Eimer mit Handschaufel: zum Nachfüllen und für punktuelles Streuen
- Stirnlampe: beide Hände frei bei Einsätzen vor Sonnenaufgang
- Zollstock oder Maßband: zur Kontrolle der geräumten Breite
Beim Schneeschieber lohnt es sich, auf Blattbreite, Material und Stiel zu achten – worauf es dabei ankommt, steht im Beitrag Schneeschieber kaufen. Für Gehwege mit 1 m Mindestbreite ist ein Schieber mit etwa 50 cm Blatt in zwei Bahnen ideal, für Zufahrten und Höfe ein breiteres Modell.
Wer bereits eine Schneefräse besitzt, ersetzt damit den Schieber nicht: An Kanten, auf Stufen und bei festgetretenem Schnee bleibt Handarbeit nötig.
Zusatzausstattung für Treppen, Rampen und Eis
Gehwege sind selten das Problem. Glätteunfälle passieren häufiger auf Außentreppen, an Kellerabgängen, auf Rampen und auf schattigen Wegen, wo Tauwasser nachts wieder gefriert. Für diese Stellen reicht die Grundausstattung nicht:
- Schmaler Handschieber oder Kehrschaufel: Stufen sind tiefer als ein Schneeschieber breit, mit einem 25–30 cm breiten Gerät lässt sich jede Stufe bis zur Kante räumen.
- Eisschaber mit kurzer Klinge: für dünne Eisfilme auf Stufenkanten und Podesten, wo ein langer Eisstoßer zu grob wäre.
- Handstreuer oder Streubecher: damit das Streugut auf der Trittfläche landet und nicht im Beet daneben.
- Fester Besen mit kurzem Stiel: für Pulverschnee auf Stufen und Geländern.
- Kleine Reserve-Streugutkiste direkt am Eingang: so können Bewohner oder Mitarbeiter bei Bedarf selbst nachstreuen.
Bei Objekten mit Rampe für Rollstühle, Rollatoren oder Lieferwagen lohnt eine eigene Position im Räumplan. Auf geneigten Flächen rutscht Splitt schneller ab, das Nachstreuen muss häufiger erfolgen als auf dem ebenen Gehweg.
Ausstattung nach Objektgröße
| Objekt | Räumgeräte | Streugerät | Eis-Werkzeug | Ergänzung |
|---|---|---|---|---|
| Einfamilien- oder Reihenhaus, Gehweg bis 20 m | 2 Schieber, 1 Schaufel | Handstreuer | 1 Eisstoßer | Streugutkiste oder Tonne mit Deckel |
| Mehrfamilienhaus, Gehweg 20–40 m, Hofzugang | 3 Schieber (davon 1 breit), 1 Schaufel | Fallstreuer | 2 Eisstoßer | Räumplan, Protokollheft |
| Wohnanlage oder Gewerbehof mit Stellplätzen | breite Schieber, ggf. Fräse oder Kleintraktor | Schleuderstreuer mit Randblech | 2–3 Eisstoßer | Lagerplatz für Schneehaufen, Ersatzteile |
Bei mehreren Personen im Wechsel gilt: Jeder, der Dienst hat, muss das Werkzeug ohne Suche finden. Ein fester Platz, beschriftet und nah am Ausgang, verhindert, dass an einem Glättemorgen erst der Kellerschlüssel gesucht wird.
Bei Wohnanlagen und Gewerbehöfen kommt ein weiterer Punkt hinzu: Legen Sie vor der Saison fest, wo geräumter Schnee abgelagert werden darf, ohne Stellplätze, Feuerwehrzufahrten oder Abflüsse zu blockieren. Markierstäbe an Bordsteinen, Pollern und Beeträndern helfen, diese Kanten auch unter einer geschlossenen Schneedecke wiederzufinden.
Streugut: Menge für die Saison berechnen
Auf öffentlichen Gehwegen in Berlin ist nach aktuellem Stand nur abstumpfendes Streugut zulässig, also Splitt, Sand oder Granulat. Wie Sie den Bedarf pro Quadratmeter und Streugang genau berechnen, zeigt der Beitrag Wie viel Streumittel pro m². Für die Checkliste genügt eine Faustregel, die sich daraus ableiten lässt:
Pro 10 m² Streufläche rund ein Sack Splitt à 25 kg für einen normalen Berliner Winter. Grundlage sind 150 g pro m², etwa 15 Streugänge und 20 % Reserve: 10 m² × 0,15 kg × 15 × 1,2 = 27 kg.
- Streufläche ausgemessen: Gehweg in voller Räumbreite plus Zugänge, Treppen, Müllplatz
- Säcke nach Faustregel besorgt, z. B. 8 Säcke für 80 m²
- Splitt in feiner Körnung (etwa 2/5 mm), passend zum Streugerät
- kleiner Vorrat leichtes Granulat für Treppen und Podeste, das sich leichter tragen lässt
- Zusatzreserve von zwei Säcken für Eisregen-Tage, an denen mehrfach nachgestreut werden muss
- Streugutkiste oder dicht schließende Tonne direkt am Einsatzort
Die Zahl der Einsätze schwankt in Berlin stark von Winter zu Winter. Wer nach einem milden Winter Reste übrig hat, lagert sie bis zur nächsten Saison – vorausgesetzt, das Material bleibt trocken. Wie Sie Streugut richtig aufbewahren und welche Behälter sich eignen, erklärt der Beitrag Streugut richtig lagern.
Ein praktischer Hinweis: Bei plötzlichem Wintereinbruch ist Streugut im Baumarkt oft schnell vergriffen. Kaufen Sie den Saisonvorrat deshalb im Oktober oder November.
Schutzkleidung für sichere Einsätze
Wer frühmorgens bei Dunkelheit am Fahrbahnrand räumt, ist für Autofahrer schlecht zu sehen. Wer auf einer Eisplatte ausrutscht, kann sich ernsthaft verletzen. Die persönliche Ausrüstung ist deshalb kein Komfortthema.
- Warnweste oder Warnjacke, gut sichtbar bei Dunkelheit (Norm EN ISO 20471)
- wasserdichte Winterstiefel mit tiefem Profil
- Schuhkrallen oder Spikes zum Überziehen für Eistage
- isolierte, wasserdichte Arbeitshandschuhe plus ein trockenes Ersatzpaar
- Mütze, Schal oder Halstuch, winddichte Jacke
- Schutzbrille beim Aufbrechen von Eis, weil Splitter wegspringen
- Gehörschutz, wenn eine benzinbetriebene Fräse im Einsatz ist
Für Hausmeister und Beschäftigte gelten zusätzlich die Vorgaben des Arbeitsschutzes. Der Arbeitgeber muss die Gefährdungen beurteilen und geeignete Schutzausrüstung stellen.
Reserve und Organisation
Die meisten Ausfälle im Winterdienst entstehen nicht durch fehlende Geräte, sondern durch kleine Lücken: ein gebrochener Stiel, ein leerer Akku, ein Nachbar, der doch nicht einspringt. Diese Punkte gehören deshalb ausdrücklich auf die Liste:
- Ersatzstiel und Schrauben für Schieber und Eisstoßer
- geladene Akkus für Stirnlampe und Akkugeräte, frostfrei gelagert
- Kraftstoff für Benzingeräte in einem zugelassenen Kanister, bei Saisonende entleeren oder Gerät mit Stabilisator lagern
- Vertretungsregel mit Namen und Telefonnummern für Krankheit oder Urlaub
- Räumprotokoll mit Datum, Uhrzeit, Tätigkeit und Streumittel – auf Papier oder digital
- Notfallnummer eines Winterdienstes für Tage, an denen eigene Kräfte nicht reichen
Das Protokoll ist mehr als Bürokratie: Kommt es nach einem Sturz zum Streit, ist eine lückenlose Dokumentation oft das wichtigste Beweismittel.
Zeitplan: Was bis wann erledigt sein sollte
- Anfang Oktober: Bestand prüfen, defekte Geräte aussortieren, Einkaufsliste schreiben.
- Mitte Oktober: Streugut, Ersatzteile und Schutzkleidung kaufen oder bestellen.
- Ende Oktober: Streugutkiste befüllen, Gerätestandort einrichten, Kanten, Stufen und Schachtdeckel kontrollieren und markieren.
- Anfang November: Vertretungsregel und Räumplan festlegen, Protokoll vorbereiten, alle Beteiligten einweisen.
- Ab Saisonbeginn: Bestand nach jedem größeren Einsatz prüfen und Streugut nachkaufen, solange es verfügbar ist.
- Streugut im Freien gelagert – nach dem ersten Regen ein gefrorener Klumpen
- nur ein Schieber für drei Personen im Räumplan
- keine Ausrüstung für Eis, nur für Schnee
- Warnweste fehlt, obwohl am Fahrbahnrand gearbeitet wird
- keine Vertretung für die Weihnachtsferien
Saisonende: Ausrüstung richtig einlagern
Die Checkliste für den nächsten Winter beginnt im März. Wer Geräte und Material jetzt sorgfältig versorgt, spart sich im Herbst Nachkäufe:
- Schieberblätter und Eisstoßer von Splitt und Schmutz befreien, Stahlkanten trocknen und leicht einölen
- abgenutzte Kunststoffkanten notieren und Ersatz rechtzeitig bestellen
- Streugeräte vollständig entleeren, ausspülen und trocken lagern
- angebrochene Streugutsäcke dicht verschließen oder in eine Tonne umfüllen
- Akkus mit mittlerem Ladestand frostfrei, aber nicht in der Sonne lagern
- Schutzkleidung waschen, Schuhkrallen auf gebrochene Spikes prüfen
Notieren Sie außerdem, wie viel Streugut tatsächlich verbraucht wurde und an welchen Tagen das Material knapp wurde. Diese Werte machen die Mengenrechnung für die nächste Saison deutlich genauer als jede Faustformel.
Fazit
Eine vollständige Ausrüstung kostet für ein Einfamilienhaus meist weniger als ein einziger Schadensfall nach einem Sturz. Entscheidend ist, dass sie vor dem ersten Frost bereitsteht, dass die Mengen zur Fläche passen und dass jemand verlässlich damit arbeitet.
Wer Material und Organisation abgeben möchte, kann das Streugut über den Streugutservice beziehen oder den gesamten Dienst über den Hausmeisterservice im Winter von RAT Winterdienst erledigen lassen. Für die Vorbereitung der Außenanlagen gibt es zusätzlich die Winterfestmachung.
Häufige Fragen
Wie viel Streugut brauche ich für einen Winter?
Als Faustregel gilt: pro 10 m² Streufläche rund ein Sack Splitt à 25 kg für einen normalen Winter. Das entspricht 150 g pro m², etwa 15 Streugängen und 20 % Reserve. Für Eisregen-Tage lohnen zwei zusätzliche Säcke. Granulat ist leichter, die Menge in Kilogramm daher geringer.
Reicht ein Schneeschieber für ein Mehrfamilienhaus?
Nein. Planen Sie einen Schieber pro Person im Räumplan und einen Reserveschieber. Zusätzlich brauchen Sie mindestens einen Eisstoßer, weil festgetretener Schnee und Eis mit dem Schieber allein nicht zu lösen sind.
Muss ich beim Schneeräumen eine Warnweste tragen?
Für private Anlieger gibt es keine allgemeine Pflicht. Wer bei Dunkelheit am Fahrbahnrand arbeitet, sollte aber unbedingt Warnkleidung tragen. Für Beschäftigte ergibt sich die Pflicht aus dem Arbeitsschutz, für Arbeiten auf der Straße zum Teil aus der StVO.
Wann sollte ich die Ausrüstung kaufen?
Im Oktober oder Anfang November. Bei plötzlichem Wintereinbruch sind Streugut und Schieber im Handel oft schnell vergriffen.