- Gehweg zuerst: Dort gelten in Berlin feste Räumfristen.
- Depotflächen auf dem eigenen Grundstück schon im Herbst festlegen.
- Von der Mitte nach außen schieben, nie über geräumte Flächen.
- Den Wall der Straßenräumung erst nach Durchfahrt des Pflugs abtragen.
- Rinnen freihalten, damit Tauwasser nachts nicht zur Eisplatte wird.
Vor dem ersten Schnee: Einfahrt vermessen und Depots festlegen
Die meiste Zeit beim Räumen geht nicht beim Schieben verloren, sondern beim Suchen nach Platz für den Schnee. Wer im Herbst einmal mit Zollstock und Kreide über die Einfahrt geht, spart im Januar viele Wege.
Als Faustwert für die Depotfläche gilt: Schnee lässt sich auf einer Seitenfläche etwa einen Meter hoch aufschichten, bei 10 cm Neuschnee brauchen Sie also grob ein Zehntel der geräumten Fläche als Depot. Eine 6 × 3 m große Zufahrt (18 m²) erzeugt rund 1,8 m³ Schnee – dafür reicht ein Streifen von etwa 2 m² am Rand. Nach drei Schneefällen ohne Tauwetter ist der Bedarf aber schnell dreimal so groß.
- Breite der Fahrspur messen, die mindestens frei bleiben muss (Fahrzeugbreite plus je 30 cm).
- Depotflächen auf dem Grundstück wählen: möglichst auf der tiefer liegenden Seite, aber nicht über Rinnen, Kellerschächten oder Pflanzbeeten.
- Hindernisse markieren: Bordsteinkanten, Rinnen, Bodenstrahler und Torschienen mit Schneestangen kennzeichnen.
- Gefälle prüfen: Wohin fließt Tauwasser? Dort darf kein Depot liegen, sonst friert die Fahrspur nachts wieder zu.
- Streugut und Schieber griffbereit am Tor lagern, nicht in der Garage hinter dem Auto.
Die Räumreihenfolge als Skizze
Bewährt hat sich eine feste Abfolge in fünf Zonen. Stellen Sie sich die Einfahrt von oben vor: hinten Garage oder Stellplatz, vorne der Gehweg, dahinter die Fahrbahn.
| Schritt | Zone | Was Sie tun | Warum zuerst bzw. zuletzt |
|---|---|---|---|
| 1 | Gehweg vor dem Grundstück | mindestens 1 m breit räumen, bei Glätte abstumpfend streuen | öffentliche Pflicht mit festen Fristen |
| 2 | Mittelspur der Einfahrt | eine schieberbreite Bahn von der Garage zur Grundstücksgrenze | schafft den Weg für alle weiteren Bahnen |
| 3 | Seitenbahnen | von der Mitte nach außen zu den Depots schieben | kürzeste Wege, kein Schnee auf geräumten Flächen |
| 4 | Ränder, Tor, Rinne | Torschienen und Entwässerungsrinne auskehren | verhindert Eisplatten durch Tauwasser |
| 5 | Übergang zur Fahrbahn | Schneewall der Straßenräumung abtragen | erst nach Durchfahrt des Räumfahrzeugs sinnvoll |
Wichtig ist, nie Schnee über eine bereits geräumte Fläche zu ziehen. Liegt das Depot hinten am Haus, schieben Sie die Seitenbahnen nach hinten, bevor Sie die Mittelspur nach vorne verlängern. Bei langen Zufahrten lohnt es sich, in Abschnitten von fünf bis sechs Metern zu arbeiten und jeden Abschnitt komplett fertigzustellen.
- Von der Garage aus alles nach vorne schieben – am Ende liegt ein Berg auf dem Gehweg.
- Depot direkt neben dem Tor anlegen, das sich dann nicht mehr öffnen lässt.
- Schnee an die Hauswand oder vor Kellerfenster schieben, wo er bei Tauwetter ins Mauerwerk zieht.
- Erst die Zufahrt perfekt räumen, während die Frist für den Gehweg schon abläuft.
Den Kraftaufwand halten Sie klein, indem Sie schieben statt werfen. Die passende Körperhaltung erklärt der Beitrag Schnee schippen ohne Rückenschmerzen.
Der Schneewall der Straßenräumung
Kaum ist die Einfahrt frei, fährt das Räumfahrzeug vorbei und schiebt einen festen Wall aus Fahrbahnschnee vor die Zufahrt. Das ist ärgerlich, aber technisch kaum zu vermeiden: Der Pflug legt den Schnee in Fahrtrichtung rechts ab. In Berlin räumt die BSR Fahrbahnen nach Streuplan, Nebenstraßen kommen oft später an die Reihe.
Drei Tricks gegen den Wall
- Abwarten: Räumen Sie den Übergang zur Fahrbahn erst, wenn das Fahrzeug durch ist. Bis dahin genügt eine schmale Durchfahrt.
- Tasche anlegen: Räumen Sie neben der Einfahrt auf der Seite, aus der der Pflug kommt, eine Fläche von etwa zwei Metern Länge frei. Ein Teil des mitgeschobenen Schnees fällt dann dort ab statt in Ihre Zufahrt. Bei rechts fahrendem Verkehr liegt diese Seite vom Haus aus gesehen meist links – in Einbahnstraßen kann es umgekehrt sein.
- Wall in Schichten abtragen: Der verdichtete Fahrbahnschnee ist schwer und oft mit Splitt durchsetzt. Stechen Sie ihn mit der Schaufelkante in Blöcke ab, statt ihn als Ganzes zu schieben.
Den Wall wieder auf die Straße zu schieben ist verlockend, aber nach aktuellem Stand unzulässig und gefährlich. Auch Radwege, Gullys, Haltestellen und Baumscheiben sind keine Ablageorte. Welche Flächen erlaubt sind, zeigt die Übersicht Wohin mit dem Schnee?
Gehweg, Grundstücksgrenze und Pflichtfläche
Rechtlich sind Einfahrt und Gehweg zwei verschiedene Dinge. Die Einfahrt auf dem eigenen Grundstück unterliegt der privaten Verkehrssicherungspflicht: Wer dort Besucher, Postboten oder Lieferdienste empfängt, muss zumutbare Vorkehrungen gegen Ausrutschen treffen. Der Gehweg vor dem Grundstück fällt dagegen unter das Berliner Straßenreinigungsgesetz.
Das Gesetz verlangt nach aktuellem Stand, ohne Verzögerung zu räumen, sobald der Schneefall vorbei ist, und bei anhaltendem Schneefall auch wiederholt. Schnee, der erst nach 20 Uhr gefallen ist, muss am nächsten Morgen bis 7 Uhr beseitigt sein; sonn- und feiertags endet die Frist um 9 Uhr. Für den Gehweg gilt zudem ein grundsätzliches Streusalzverbot; dort streut man abstumpfend, etwa mit Splitt, Sand oder Granulat.
Ein häufiger Fehler betrifft die Überfahrt: Der abgesenkte Bordstein, über den Sie auf die Straße fahren, gehört zum Gehweg. Wer die Einfahrt perfekt räumt, aber den Gehwegstreifen davor als Depot nutzt, erfüllt die Anliegerpflicht nicht. Bewerten Sie Ihre konkrete Situation im Zweifel individuell, insbesondere bei gemeinsam genutzten Zufahrten.
Pflaster, Asphalt, Rasengitter: Tricks je Belag
Wie gründlich und womit Sie räumen, hängt stark vom Untergrund ab. Ein falsches Werkzeug hinterlässt Kratzer, lose Fugen oder zerbrochene Steine.
| Belag | Werkzeug | Achtung |
|---|---|---|
| Asphalt | Schieber mit Stahl- oder Gummikante | Spurrillen: dort sammelt sich Tauwasser, das nachts gefriert |
| Betonpflaster | Kunststoffkante oder Gummilippe | Stahlkanten haken an überstehenden Steinen |
| Naturstein | Kunststoffschieber, Besen für Reste | empfindlich gegen Tausalz und Schläge |
| Rasengitter / Schotterrasen | nur grob schieben, dünne Schicht liegen lassen | Kante reißt Grasnarbe und Füllmaterial heraus |
| Holz- oder Metallbrücke über Rinne | Besen | gefriert besonders schnell, früh abstumpfend streuen |
Ein kleiner, aber wirkungsvoller Trick: Fahren Sie nach frischem Schneefall nicht mit dem Auto über die ungeräumte Zufahrt. Reifenspuren pressen den Schnee zu Eisbahnen, die sich anschließend nur mühsam lösen lassen.
Steigende Einfahrten und Tiefgaragenrampen
Geneigte Zufahrten sind die heikelsten Flächen am Haus. Schon wenige Prozent Steigung reichen, damit ein Auto auf angefrorenem Schneematsch nicht mehr anfährt oder rückwärts rutscht.
- Von oben nach unten räumen: So rutscht der Schnee mit, statt gegen Sie zu drücken.
- Fahrspuren zuerst: Die Rollspuren der Räder haben Vorrang vor der vollen Breite.
- Abstumpfen in der Steigung: Grobes Granulat haftet auf Gefälle besser als feiner Sand.
- Rinne am Fuß freihalten: Staut sich dort Tauwasser, entsteht über Nacht eine Eisfläche genau dort, wo gebremst wird.
Wer jedes Jahr mit derselben steilen Zufahrt kämpft, fragt sich irgendwann, ob eine Heizung im Belag die Lösung ist. Anschaffung, Stromverbrauch und den Vergleich mit einem Dienstleister rechnet der Beitrag Beheizte Einfahrt: Kosten und Nutzen durch.
Zeitplan an einem typischen Schneemorgen
Wer morgens zur Arbeit muss, hat meist ein enges Zeitfenster. Ein realistischer Ablauf für ein Einfamilienhaus mit 12 m Gehwegfront und einer Zufahrt von 6 × 3 m bei 8 cm Neuschnee:
- 6:15 Uhr – Aufwärmen, Schieber und Streugut holen (5 Minuten).
- 6:20 Uhr – Gehweg räumen und streuen (etwa 15 Minuten).
- 6:35 Uhr – Mittelspur und Seitenbahnen der Zufahrt (etwa 15 Minuten).
- 6:50 Uhr – Rinne, Tor, Übergang, ggf. Reste des Walls (5–10 Minuten).
- 7:00 Uhr – Abfahrt; abends Kontrolle, ob Tauwasser wieder angefroren ist.
Kommt der Pflug erst nach Ihrer Abfahrt, wartet der Wall abends auf Sie. Bei Schneefall über mehrere Stunden oder Eisregen verlängert sich der Zeitbedarf schnell auf das Doppelte.
Wenn die Zeit morgens nicht reicht
Schichtarbeit, frühe Termine oder eine lange Zufahrt machen die tägliche Räumung schnell zur Belastung. Dann kann es sinnvoll sein, nur einzelne Teile abzugeben, etwa den Gehweg mit seinen festen Fristen, und die eigene Einfahrt weiter selbst zu räumen.
RAT Winterdienst räumt in Berlin Einfahrten und Zufahrten sowie Zugänge in manueller Schneeräumung und bietet feste Saisonbetreuung für Privathaushalte nach kostenfreier Besichtigung an.
Häufige Fragen
In welcher Reihenfolge räume ich Gehweg und Einfahrt?
Zuerst den öffentlichen Gehweg, weil dort nach aktuellem Stand feste Fristen gelten. Danach eine Mittelspur der Einfahrt, dann die Seitenbahnen zu den Depots und zuletzt den Übergang zur Fahrbahn, sobald das Räumfahrzeug durch ist.
Darf ich den Schnee aus der Einfahrt auf die Straße schieben?
Nein. Schnee aus der Einfahrt gehört auf das eigene Grundstück. Fahrbahn, Radweg, Gullys und Haltestellen sind keine Ablageorte, und auch der Gehweg muss in der vorgeschriebenen Breite frei bleiben.
Wie verhindere ich, dass der Schneepflug die Einfahrt zuschiebt?
Ganz verhindern lässt es sich nicht. Hilfreich ist eine freigeräumte Fläche neben der Einfahrt auf der Seite, aus der der Pflug kommt. Räumen Sie den Übergang außerdem erst, wenn das Fahrzeug durchgefahren ist.
Muss ich die Einfahrt auf voller Breite räumen?
Für die private Zufahrt gibt es keine feste Breite; entscheidend ist, dass sie für Bewohner und Besucher gefahrlos nutzbar ist. Auf dem Gehweg davor gilt in Berlin eine Mindestbreite von 1 m, auf stark frequentierten Straßen mehr.